Montrealer Protokoll: Sicherheit und Energieeffizienz im Brennpunkt

Mitte Juli versammelten sich die Parteien des Montrealer Protokolls (Umweltprogramm der Vereinten Nationen) zu ihrer Arbeitssitzung in Bangkok. Dabei handelte es sich um das erste Treffen seit der Einigung auf einen weltweiten Phase-Down der HFKWs in Kigali, Rwanda, Ende 2016. Zu den Schwerpunktthemen der Sitzung, an der über 190 Länder weltweit sowie zahlreiche „Beobachter“ aus Industrie und Nichtregierungsorganisationen teilnahmen, zählten diesmal auch Energieeffizienz und Normungsarbeit.

 

Die europäische Kälte- Klima- und Wärmepumpenindustrie war u.a. vertreten durch den europäischen Verband EPEE. Geschäftsführerin Andrea Voigt hielt einen Vortrag auf dem am 10. Juli organisierten Workshop der Vereinten Nationen zum Thema internationale Normen und deren Auswirkung auf die Umsetzung des HFKW Phase-Downs und sprach auf einer Veranstaltung der Weltbank zum Thema Energieeffizienz und Kältemittel. Außerdem organisierte der Verband selbst ein Event, auf dem Ray Gluckman die Erkenntnisse aus dem EPEE Projekt „Gapometer“ vorstellte und Karsten Beermann, IKKE, die europäische Norm EN13313 und das Online-Programm Real Alternatives präsentierte.

 

„Eine breite Beteiligung aus der Industrie weltweit ist wichtig, um Qualität und Neutralität internationaler Normen und damit die Sicherheit unserer Produkte sicherzustellen. Gute Koordination mit der Gesetzgebung ist dabei unerlässlich“, so Andrea Voigt im Hinblick auf den Einsatz brennbarer Kältemittel, deren Einsatz künftig im Kontext eines weltweiten HFKW Phase-Downs weiter zunehmen wird.

 

Ray Gluckman unterstrich in seinem Vortrag zum EPEE Gapometer eindringlich, dass die steilsten Phase-Down Schritte nunmehr unmittelbar bevorstünden und dass der Markt dringend reagieren müsse. „Ansonsten drohen dramatische Preiserhöhungen, Produktknappheit, sowie Auswirkungen auf die Anlagenqualität durch übereiltes Handeln unter Druck“, so Gluckman. Dabei rief er OEMs dazu auf, die Einführung von Anlagen mit niedrigerem GWP zügiger voranzutreiben, außerdem sollten Supermärkte unverzüglich von R-404A / R-507 auf Kältemittel mit niedrigerem GWP umsteigen sowie Leckageraten weiter reduzieren und die Kältemittelrücknahmerate müsse weiter gesteigert werden. Eine Schlüsselrolle, so Gluckman weiter, spielten die Anlagenbauer, die zum schnellen Handeln aufgefordert und unerlässlich bei der Beratung der Endkunden seien.

 

Vertreter der europäischen Kommission begrüßten das EPEE Gapometer Projekt und die daraus resultierenden Prioritäten für schnelles und gezieltes Handeln.

 

Karsten Beermann machte deutlich, wie wichtig die Kompetenz der Anlagenbauer für den sicheren Umgang mit Kältemitteln jeglicher Art ist. Die europäische Norm EN13313, die definiert, welche Kompetenzen benötigt werden, liefere hierfür eine wichtige Basis und gewährleiste, dass alle Beteiligten, über Ländergrenzen hinweg, dieselbe Sprache sprechen. Die EN13313 wird nun auch auf internationaler Ebene im Rahmen einer ISO-Arbeitsgruppe bearbeitet.

 

www.epeeglobal.org

 

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